Lasercutter at Coredump

Ich denke, der Coredump sollte sich einen Lasercutter anschaffen :slightly_smiling_face: In diesem Post versuche ich euch davon zu ĂĽberzeugen.

Wie funktioniert ein Lasercutter?

Ein Lasercutter (typischerweise ein CO2-Laser) besteht aus einer Laser-Röhre, die einen Laserstrahl erzeugt. Dieser Laserstrahl wird über drei korrekt ausgerichtete Spiegel auf einen beweglichen Laserkopf gelenkt.

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Der Laserkopf ist mit einer Linse versehen, welche den bereits sehr schmalen Laserstrahl auf einen Punkt fokussiert, ähnlich wie beim Konzept Lupe + Sonne.

Für Gravuren wird auf die Material-Oberfläche fokussiert, für Schnitt wird auf die Mitte der Materialdicke fokussiert.

Was kann ein CO2-Laser?

Mit einem Lasercutter können Materialien geschnitten oder graviert werden, welche die Wellenlänge des CO2-Lasers gut absorbieren. Dazu gehören: Holz, Acryl (Plexiglas), Glas, Papier, Karton, Leder, Stoff, …

Was nicht funktioniert ist das Schneiden von Metallen. Man kann jedoch Metall mit einem speziellen Spray einsprayen und dann in diesen Spray gravieren. Das sieht schon recht cool aus.

Hier ist ein kurzes Intro-Video zu Lasercuttern:

Was fĂĽr Projekte kann man damit umsetzen?

Zuerst mal die offentsichtlichen Beispiele: Kleine Objekte, zB Schlüsselanhänger, Schmuck:

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Schilder, Beschriftungen:

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Frontplatte fĂĽr Wort-Uhr:

Gehäuse:

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Mechanik:

Gravuren auf Holz:

Kunst:

3D-Drucker:

Unkonventionelle LED-Displays:

Glas-Gravuren:

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Brettspiele:

Sortierboxen, Regale:

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Was kostet ein Laser?

Einen kleinen K40-Laser (30W) gibt’s bereits für ein paar hundert Dollar, allerdings hat man dann limitierte Schnittleistung, billige Mechanik, praktisch keine Sicherheitsfunktionen und sehr mässige Qualität.

Für etwas mehr Geld (2500-3000$) gibt’s China-Laser im Bereich 50-80W mit einer grösseren Arbeitsfläche (ca 60x90cm), vielen Zusatzfunktionen (z.B. Air Assist, Autofokus, höhenverstellbares Bett, usw). Damit kann man durchaus schon recht professionell arbeiten.

Wenn man einen Laser direkt von China bestellt, muss man noch Versand, Einfuhr und Zoll dazurechnen.

Diese Preise sind im Vergleich zu früher super-erschwinglich, vor etwa 6 Jahren habe ich mich schonmal damit befasst, und damals hätte man 8’000-10’000 CHF rechnen müssen.

Ok, und konkret?

Ich habe im Januar/Februar einige Offerten eingeholt. Die Firma GWeike (http://wklaser.com/) hat einen relativ guten Ruf und verschickt ihre Geräte direkt international, mit Bezahlung über Alibaba.

Hier die Offerte fĂĽr vier verschiedene Modelle:

Der LC6090 und der LG900N sind dabei gemäss Hersteller gleich ausgestattet, unterschiedlich ist lediglich das Gehäuse: Der LG900N steht direkt am Boden, während der LC6090 auf einen niedrigen Tisch aufgebaut werden muss.

Zu den Materialstärken, die man schneiden kann, gemäss Hersteller:

  • 60W can cut 8mm Acrylic ,4mm Wood ,4mm Plywood ,7mm MDF ,Leather ,Fabric and other nonmetal
  • 80W can cut 11mm Acrylic ,8mm Wood ,8mm Plywood ,8mm MDF ,Leather ,Fabric and other nonmetal
  • 100W can cut 15mm Acrylic ,13mm Wood ,8mm MDF ,8mm Plywood ,leather ,fabric and other nonmetal .
  • 130W can cut 20mm Acrylic ,15mm Wood ,10mm MDF ,10mm Plywood ,leather ,fabric and other nonmetal .

FĂĽr uns kommt vermutlich am ehesten der LG900N mit 60W in Frage:

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Der Versand läuft via Schiff bis Slovenien, dann mit Lastwagen/Zug bis Zürich ins Zoll-Lager. Das kann durchaus mal 1-2 Monate dauern. Incoterms sind CIF, die Verzollung wäre also unsere Sache.

Kosten: $3080 (inkl. Red Dot) plus Versand bis Zürich ins Zoll-Lager (ca. 150-200$) plus MwSt (ca 240$) plus Verzollung und Handling durch einen Broker (ca 185 CHF) plus LightBurn Software (80$) plus Unvorhergesehenes. Zoll ist meines Wissens nicht fällig, bin mir aber nicht 100% sicher. Eine Rotations-Einheit zum Gravieren von Gläsern u.ä. würde nochmals 200$ kosten. Total müsste man also mit knapp 4000 CHF rechnen.

Falls es am Geld scheitern sollte, könnte man auch den günstigeren LG6040N ins Auge fassen, damit spart man etwa 600$, hat aber eine kleinere Arbeitsfläche.

Warum nicht ein gĂĽnstigeres Modell?

Man könnte einen der generischen Ebay-China-Laser (meistens bekannt als „Red-Black“, „Blue-White“ oder „Black-Yellow“) von Orion / Omtech bestellen, allerdings liefern die gängigen Ebay-Händler aus Zentraleuropa nicht in die Schweiz. In Osteuropa gibt’s ein paar Händler, aber ich glaube das Risiko mit einem Zwischenhändler aus Osteuropa ist noch höher, als wenn man direkt vom Hersteller in China bestellt.

Die Gweike Laser sind zudem vermutlich hochwertiger als das, was man üblicherweise von Ebay kriegt. Das sieht man schon am Gewicht: Die Shipping-Weight des Gweike LG900N ist 350kg, einige der 60W Ebay-Laser wiegen nur um die 60-70kg. Das ist eine ganz andere Materialqualität.

Gibt es das nicht schon, bei uns in der Nähe?

In Rapperswil ist mir keine Firma bekannt, welche einen Laser hat und Aufträge annimmt.

Der nächste mir bekannte Ort, wo man selber etwas lasern kann, ist das FabLab in Zürich. Dort muss man allerdings zuerst eine Jahresmitgliedschaft lössen, bevor man den Laser benutzen kann. Desweiteren gab’s in Zürich früher das Funlab, das ist aber inzwischen nach Riehen umgezogen.

Gerade aktuell bin ich in der Situation, dass ich 1-2 Acryl-Projekte lasern lassen mĂĽsste, und ich weiss derzeit nicht, wo ich das machen kann.

Wie finanzieren?

Ich würde den Laser gerne über ein Crowdfunding finanzieren. Der Beitrag aus der Vereinskasse sollte dabei <=1000 CHF betragen (seit dem Umzug ist das Budget wieder etwas knapper). Den Rest würde ich gerne aus Privatbeiträgen und eventuell einem Firmen-Sponsoring decken. Den Leuten, die beim Crowdfunding mitmachen, könnte man als Dankeschön einen Teil Gratis-Laserstunden gutschreiben, es wäre also quasi ein Vorverkauf der Laser-Nutzung.

Um die laufenden Kosten zu decken und um Geld für Ersatzteile zu kriegen (z.B. die Laser-Röhre, die nach einigen Jahren abgenutzt ist), sollten wir die Laser-Zeit verrechnen. Mein Vorschlag wäre 15 CHF / Stunde für Mitglieder und 30 CHF / Stunde für Nichtmitglieder. Möglicherweise kriegen wir dadurch auch noch etwas Geld in die Vereinskasse.

Wie weiter?

Momentan geht’s darum, das generelle Interesse abzuwägen. Fändest du einen Lasercutter cool? Dann antworte doch hier, oder schreib mir direkt via Chat!

Für Diskussionen zu diesem Thema, schau’ mal in Mattermost rein (Kanal ~Lasercutter).

Sobald wir sehen, dass ein Interesse da ist, geht’s in die nächste Phase: Ein Crowdfunding. Wenn wir 4000 CHF zusammenkriegen, ist das der beste Beweis dafür, dass das Interesse besteht.

Wenn wir den Betrag zusammenkriegen, wĂĽrde ich mich um die Vertragsabwicklung kĂĽmmern. Der Kontakt von Gweike war bisher sehr angenehm, sie konnten mir alle Fragen beantworten und haben immer sehr schnell zurĂĽckgeschrieben.

Sofern das klappt, und die Lieferung nach 2-3 Monaten eintrifft, müssten wir sie in Zürich abholen und im Coredump installieren, inklusive Lüftung (beim Lasern können giftige Dämpfe entstehen). Hier würde voraussichtlich @tillc mit seinem handwerklichen Geschick den Lead übernehmen.

Ăśber Feedback wĂĽrde ich mich freuen! :slightly_smiling_face:

Da kann ich etwas Erfahrung beisteuern. Geht nicht unter 60W. Der nächste Laser ist im Makerspace der Makers im Zigerschlitz :wink:

Was zwingend nötig ist: ein guter Abluftfilter! Wie haben dafür 5000.- ausgegeben.

Könnt gerne vorbeischauen

Mike

Oh, dass ihr auch einen habt, wusste ich gar nicht :slight_smile:

Ja, 60W ist das Minimum. Die Modelle von Gweike, die wir ins Auge gefasst haben, könnte man zudem später auch aufrüsten auf mehr Leistung (je nach Modell auf bis zu 130W).

Was zwingend nötig ist: ein guter Abluftfilter! Wie haben dafür 5000.- ausgegeben.

Ein 3-Stufen-Filter ist dabei (Staub, HEPA, Aktivkohle). Wie gut der ist, weiss ich nicht. Aber:

Könnt ihr nach draussen lüften? Unsere Idee wäre, die Abluft (gemeinsam mit der Abluft der Schleifkabine) durch’s Fenster nach draussen zu bringen. Dann sollte das kein Thema sein.

Haben unsere Abluft so gefiltert, dass sie nicht nach draussen muss. Deshalb der horrende Preis. Wir haben aber trotzdem häufig das Fenster offen.

Überlegt euch, ob ihr nicht Lust auf Eigenbau habt. Ist mein bisher grösstes, und coolstes, Projekt geworden.

Auch noch wichtig: wenn ihr anderes Plastik (v.a. PVC) als Acryl bearbeiten wollt, braucht es spezielle Filter und Schläuche.
https://wiki.fablab-muenchen.de/plugins/servlet/mobile?contentId=67928217#content/view/67928217

Bei mir: Lust schon, aber Zeit nicht :slight_smile:

Materialien, bei denen beim Schnitt Chlorgas entstehen kann (wie eben z.B. PVC), werden wir voraussichtlich nicht schneiden.

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